Die Produktions- und Austauschformen passen nicht mehr zur Produktivkraftentwicklung. Die darauf nicht zugeschnittene alte Gesellschaftsordnung wird zum Problem

4. März 2009

Friedriich Engels

Die erwachende Einsicht, daß die bestehenden gesellschaftlichen Einrichtungen unvernünftig und ungerecht sind, daß Vernunft Unsinn, Wohltat Plage geworden, ist nur ein Anzeichen davon, daß in den Produktionsmethoden und Austauschformen in aller Stille Veränderungen vor sich gegangen sind, zu denen die auf frühere ökonomische Bedingungen zugeschnittne gesellschaftliche Ordnung nicht mehr stimmt.

Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft,

MEW Bd. 19, S. 210

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In der Entwicklung der Produktivkräfte tritt eine Stufe ein, auf welcher Produktionskräfte und Verkehrsmittel hervorgerufen werden, welche unter den bestehenden Verhältnissen nur Unheil anrichten, welche keine Produktionskräfte mehr sind, sondern Destruktionskräfte (Maschinerie, Geld)…

Marx/Engels: Die deutsche Ideologie. MEW Bd. 3,  S. 69

Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten.

Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein.

Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie, MEW Bd. 13, S. 8-9

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Das Anthropozän gestalten!

16. Mai 2020

Zur Machbarkeit planetarischer Vernunft

Ein erster Einblick in das Projekt, an dem ich gerade arbeite.  Kritik, Ideen, Fragen aller Art herzlichst erwünscht. 

Worum geht es?

Dieses Buch soll ermutigen, über das Ende der Geschichte kapitalistischer Vernunft hinaus zu denken und einen offenen Diskurs über Notwendigkeit, Realisierungs- und Rationalitätsbedingungen eines organisierten Übergangs zu „öko-kommunistisch“1 bestimmten Produktionsbedingungen zu wagen.

Warum?

Die menschliche Gestaltungskraft ist zum prägenden Faktor des biologi­schen, geologischen und atmo­sphärischen Geschehens auf der Erde ge­worden. In den Geowissenschaften wird diskutiert, diese Ver­änderungen als eine neue Periode der Erdgeschichte zu verstehen, das Anthropozän, das Erdzeitalter des Menschen. Das ist keine frohe Botschaft, die vom Sieg menschlicher Vernunft über die zivilisationsge­fährdende Gewalt eines unbe­herrschten Naturzustands kündet. Die gesellschaftli­chen Mechanismen, die dem vernunftbegabten Wesen eine solche Wirkmacht be­schert haben, treten den han­delnden Individuen und deren Institutionen im Gegenteil als eine ihnen fremde Naturgewalt gegenüber, die sie unterjocht, statt von ihnen beherrscht zu werden.2

Marx vor nunmehr über 150 Jahren formulierte Zustandsbeschrei­bung scheint verblüffend aktuell.

„Die soziale Macht, d.h. die vervielfachte Pro­duktionskraft, die durch das in der Teilung der Arbeit bedingte Zusammen­wirken der verschiedenen Individuen entsteht, erscheint diesen Individuen, weil das Zusammenwirken selbst nicht freiwillig, sondern naturwüchsig ist, nicht als ihre eig­ne, vereinte Macht, sondern als eine fremde, außer ihnen stehende Gewalt, von der sie nicht wissen wo­her und wohin, die sie also nicht mehr beherrschen können, die im Gegenteil nun eine eigentümliche, vom Wollen und Laufen der Menschen unabhängige, ja dies Wollen und Laufen erst dirigierende Rei­henfolge von Phasen und Entwicklungsstufen durchläuft.“3

Wir erleben heute eine bedrohliche Zuspitzung dieses paradoxen Zustands. Die inzwischen weltweit interagierenden Subjekte des anthropogenen Zusammenwirkens, Individuen, Institutionen oder Assoziationen, verfügen über eine schier unendlich erscheinende Vielfalt an Möglichkeiten, vernunftgeleitete Entscheidungen zu treffen. Ihre „kombinierte Produktivkraft“ konnten sie dabei ins Unermessliche steigern. Moderne Wissenschaft und Demokratie erlauben Aufklärung auch über die Kehrseiten unserer menschlichen Siege über die Natur. Doch ungeachtet all unserer Kenntnisse über das Zerstörungsvermögen, das ein nahezu ungebremstes Wachstum menschlicher Kraft und Herrlichkeit bis heute akkumuliert hat, scheint es nach wie vor ein Ding der Unmöglichkeit, das anthropogene Zusammenwirken insgesamt nach Maßgaben sozialer oder ökologischer Vernunft zu gestalten. Unser globalisiertes Zusammenwirken ist uns immer noch nicht zur „eig­nen, vereinte Macht“ geworden. Mensch und Natur bleiben den stets bedrohlicheren Launen der Naturgewalt ausgesetzt, als die sich ihr eigenes Zusammenspiel gestaltet.

In diesem Zustand taumelt das menschliche „Laufen und Wollen“ in die geologische Menschenzeit. Mit welcher Perspektive? Was könnte Wege in ein soziales Zeitalter der menschheitlichen Selbstbeherrschung ebnen? Hilft der Rückgriff auf Marx Vision einer Menschheit, die es den weltweit interagierenden Individuen, Gruppierungen und Institutionen gestattet, ihren „Stoffwechsel mit der Na­tur rationell re­geln, unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle bringen, statt von ihm als von einer blinden Macht beherrscht zu werden; ihn mit dem geringsten Kraftauf­wand und unter den ihrer menschlichen Natur würdigsten und adäquatesten Bedingungen vollziehn4?

Als jemand, der sich seit den Zeiten seines politischen Erwachsenwerdens in den 1970er Jahren für die ökologischen Dimensio­nen des Menschseins interessiert und sich insbesondere nach Nutzung des zweiten Bildungswegs und Aufnahme seines Studiums der Soziologie in den 1980er Jahren, immer wieder intensiv mit dem Marx-Engels Werk auseinanderset­zen konnte, überrascht mich der akute Gebrauchswert der vor nunmehr über 150 Jahren formulierten Perspektive nicht.

Marx Bemerkung war kei­neswegs das zufällige Ergebnis einer idealisti­schen Schöngeisterei, die sich kunstvoll um das eigene Wunschdenken rankt. Das Metier des Forscherges­panns Marx und Engels waren die materiellen, das heißt, die durch bloße Denk­arbeit nicht ohne Weite­res veränderbaren Bedingungen des anthropogenen Tuns und Lassens. Ihr Interesse galt den grundlegenden Funktion und zeitgenössischen Problemen kapitalistischer Produktionsbedingungen, und es richtete sich insbesondere auf die darin angelegten Bedingungen ihrer „Negation“, d.h. sie fragen, was die Entwicklung des Kapitalismus an einen Punkt bringen könnte, an dem es maßgeblichen Teilen der Gesellschaft weltweit notwendig, denk- und auch machbar erscheinen könnte, zu einer Organisation des gesellschaftlichen Zusammenwirkens überzugehen, die es ihnen erlaubte, die Produktionsbedingungen unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle zu bringen. Das unterscheidet das marx-engelssche Herangehen von der verbreiteten Vorstellung einer vom richtigen oder falschen Denken gelenkten Geschichte von der im Verlaufe dieser Arbeit noch öfter zu reden sein wird. Von Marx (und Engels5) lernen heißt aus meiner Sicht, zu erkennen, dass sich Vor­stellungen darüber, was ein gutes, menschliches oder ökologisch korrektes Leben sein soll (was dafür zu tun wäre oder auch, was die Richtigkeit dieser Vorstellun­gen zeigt) nicht zum Zeitgeist avancieren können, ohne dass sie sich als ein probates Mittel der Unterordnung unter die ökonomischen Handlungsnot­wendigkeiten und -erwartungen erweisen, wie sie aus den his­torisch jeweils vorherrschenden Formen der Arbeitstei­lung und der in dem Rahmen entwickelten Produktivkräfte unwillkürlich hervorgehen.

„Die Menschen sind die Produzenten ihrer Vorstellungen, Ideen pp., aber die wirklichen, wirkenden Men­schen, wie sie bedingt sind durch eine be­stimmte Entwicklung ihrer Produktivkräfte und des denselben entsprechen­den Verkehrs bis zu seinen weitesten Formationen hinauf. Das Bewußtsein kann nie etwas Andres sein als das bewußte Sein, und das Sein der Men­schen ist ihr wirklicher Lebensprozeß.6

Die epochalen Unterschiede in der Art, wie sich diese Lebensprozesse jeweils gestalten, bildeten sich nach Marx bisher urwüchsig und auf die Menschheitsentwicklung als Ganzes bezogen ziellos, aber keineswegs zufällig. Am Ende verlangte der in einer Epoche er­reichte Grad der Produktivkraftentwicklung, das heißt, das in den zeitgenös­sischen Produktions- Transport- und Vergesell­schaftungstechniken, im Know How der Produktionsagenten usw. angelegte Produktions- und Aneignungsvermögen, die Art, wie, wo, von und für wen dieses Potenzial eingesetzt und weiter entwickelt wird. Diese „Produktionsverhältnisse“ bilden wiederum die Grundlage der gesellschaftlichen Organisation und mit ihr auch ihr Selbstverständnis. Die in der Menschheitsgeschichte jeweils vorherrschenden Produktionsbedingungen unterscheiden sich im Wesentlichen im Ausmaß und in der Art der Arbeitsteilung, das heißt, inwie­weit und wie in der jeweiligen Epoche Produktion und Transport, Organisati­on, Für- und Vorsorge, Wissenser- und -vermittlung, Ideenproduktion und -an­wendung, notwendi­ge Schutzmaßnahmen usw. geteilt und auf welcher Grundlage dabei über das Recht und das tatsächliche Vermögen entschieden wird, sich das dabei Produzierte anzueignen. Wer also ein anderes Denken über gesellschaftlich notwendige Ziele, Prioritäten usw. etabliert sehen möchte, sollte nach den materiellen Voraussetzungen der Möglichkeit schauen, Formen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung zu etablieren, die das gewünschte Denken verlangen bzw. das Erdachte tatsächlich Wirklichkeit werden zu lassen. Vereinfacht gesagt:

„Steht es den Menschen frei, diese oder jene Gesellschaftsform zu wählen? Kei­neswegs. Setzen Sie einen bestimmten Entwick­lungsstand der Produktiv­kräfte der Menschen voraus, und Sie erhalten eine bestimmte Form des Ver­kehrs [commerce] und der Konsumtion. Setzen Sie bestimmte Stufen der Entwicklung der Produktion, des Verkehrs und der Konsumtion voraus, und Sie erhalten eine entsprechende soziale Ordnung, eine entsprechende Or­ganisation der Familie, der Stände oder der Klassen, mit einem Wort, eine entspre­chende Gesellschaft [société civile]. Setzen Sie eine solche Gesell­schaft voraus, und Sie erhalten eine entsprechende politische Ordnung [état politique], die nur der offizielle Ausdruck der Gesellschaft ist.“7 Vereinfacht gesagt: „Die Handmühle ergibt eine Gesellschaft mit Feudalherren, die Dampfmühle eine Gesellschaft mit industriellen Kapitalisten.“„

Ergeben heute also Digitalisierung, Internet und Nutzung regenerativer Energiequellen eine Gesellschaft mit „öko-kommunistisch“ interagierenden Weltbürger*in­nen, die ihren planetarischen Stoffwechsel untereinander und mit der sie umgebenden Natur auf Grundlage weltge­meinschaftlich erarbeiteter und verfolgter Ziele und Standards organisieren? Selbstredend verspricht das vereinfacht Gesagte keinen Automatismus. Notwendigkeit, Vernunft und Erfolgsbedingungen einer solchen Perspektive können ebenso wenig aus Theorien abgeleitet werden, wie aus guten Ab­sichten oder fixen Menschenbildern. Was Marx als universal gelehrter Wissenschaftler, Theoretiker, Journalist und politischer Organisator über die Funktionsweisen, Probleme und Entwicklungsmöglichkeiten kapitalistischer Produktions- bzw. Austauschbeziehungen und über darin angelegte Bedingungen der Möglichkeit, sie am Ende Geschichte werden zu lassen, herausfand, kann helfen, in einer erkenntnisproduktiven Weise Grundlagen und Entwicklungsbedingungen gesellschaftlicher Perspektiven zu ergründen, kann deren Ergebnisse aber nicht vorwegnehmen.

„Da, wo die Spekulation aufhört, beim wirklichen Leben, beginnt also die wirkliche, positive Wissenschaft, die Darstellung der praktischen Betätigung, des praktischen Entwicklungsprozesses der Men­schen. Die Phrasen vom Bewusstsein hören auf, wirkliches Wissen muss an ihre Stelle treten.“8

Die Richtigkeit von Hypothesen, Prognosen, Kritik usw. muss anhand von empirisch erfassten Daten oder von Funktionsanalysen der gegebenen bzw. erwartbaren Interaktionsbedingungen belegt bzw. plausibel erklärt und gegen Kritik argumentativ verteidigt werden können. Marx wird das Wissen nicht liefern, das uns verraten könnte, ob die Menschheit tatsächlich einmal im Begehren vereint sein wird, ihren Stoffwechsel mit der Na­tur „unter den ihrer menschlichen Natur adäquatesten Bedingungen vollziehn“ zu können und ob sie jemals zu der Erkenntnis gelangen wird, dass sie ihr planetarisches Wirken „unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle bringen“ müsste, wenn das keine Utopie bleiben soll. 

Ohne Weiteres ist dieses Wissen derzeit aber auch dem wirklichen Leben nicht zu entlocken. Da Machbarkeit und Vernunft einer solchen Perspektive nicht a priori zu „falsifizieren“ sind, scheint manchen auch jede sozialwissenschaftliche Bearbeitung dieser Frage dazu verdammt, im Spekulativen zu verharren. Dass zukünftige Ereignisse mittels wissenschaftlicher Ergründung notwendiger Voraussetzungen, Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeiten ihres Eintreffens nicht annähernd so zuverlässig und präzise vorhergesagt werden können, wie schnöde Wahrsagerei es mit Leichtigkeit aus einem Kaffeesatz herauszulesen verspricht, beweist allerdings nicht, dass auf Zukunftsfragen gerichtete Gesellschaftswissenschaft von vornherein nichts als Ideologie hervorbringen kann. Um mehr als nur halbwegs plausibel klingende Einschätzungen über vielleicht wünschenswerte Entwicklungsperspektiven hervorbringen zu können, müssen wir selbstredend etwas anders fragen. Zwar kann in der Tat keine Wissenschaft der Welt voraussagen, ob und wenn ja, wann die Völker der Welt zu der Einsicht gelangen werden, dass sie ihren planetarischen Stoffaustausch unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle zu bringen haben, wenn es ihnen tatsächlich gelingen soll, die Naturgewalt, als die ihr kapitalistisches Wollen und Tun zum prägenden Faktor des biologi­schen, geologischen und atmo­sphärischen Geschehens auf der Erde geworden ist, zur planetarischen Vernunft zu bringen. Durchaus verorten lassen sich aber Grundlagen, Entwicklungsbedigungen und mögliche Verlaufsformen gesellschaftlicher Problemlagen, die die Herausbildung einer entsprechend einsichtigen Menschheit nicht nur notwendig, sondern unter Umständen auch möglich machen können. Dafür ist etwa zu untersuchen, was ohne weltgemeinschaftliche Kontrolle des anthropogenen Stoffwechsels an Problemlösungen machbar oder eher nicht machbar erscheint und unter welchen Voraussetzungen welche Grenzen (oder auch welche Grenzverschiebungen5) des Machbaren eine historische Situation entstehen lassen könnte, die es den Völkern der Welt tatsächlich ermöglichte, die strukturelle Unbeherrschbarkeit ihres Zusammenwirkens und mit ihr die gemeinsame Unfähigkeit, die sich auftürmenden Menschheitsprobleme angemessen zu adressieren, in aufeinander abgestimmten Schritten, zielgerichtet und mit tatsächlich zufriedenstellender Erfolgsaussicht anzupacken.

Zwischenüberschrift

Es mag eingewandt werden, dass das Erforschen einer solchen Aussicht vergebliche Liebesmühe bleiben muss, solange die Menschheit nicht bereits als eine vernunftbegabte Einheit funktionierte. Tatsächlich sind mit dem bloßen In-der-Welt-Sein wissenschaftlich gewonnener Einsichten in die Notwendigkeit eines historischen Wendepunktes, an dem sich die Völker der Welt im Begehren vereinigen, das menschliche Zusammenwirken nach Maßgaben planeratischer Vernunft zu gestalten, keineswegs die tatsächlichen Voraussetzungen eines solchen Geschehens geschaffen. Muss also das tatsächlich aufzeigbare Außerstandesein der heutigen Gesellschaft, die für einen solchen Wendepunkt notwendigen „wirklichen Voraussetzungen, von denen man nach nur in der Einbildung abstrahieren kann6 zu schaffen, nicht alles zur menschheitsgeschichtlichen Irrelavanz verdammen, das sich unter diesen Umständen in den Köpfen Einzelner (Persönlichkeiten, Assoziationen, Institutionen) an Bewusstsein der Notwendigkeit einer solchen Perspektive ergeben haben mag?

Gänzlich von der Hand weisen lässt sich das nicht. Wir werden sehen, wie und warum die gegenwärtig in der Tat unüberwindbar erscheinenden Grenzen der Möglichkeit, zu gesamtgesellschaftlich rationalen Formen des anthropogenen Stoffaustausches zu kommen, zugleich auch den Möglichkeiten der Gesellschaft enge Grenzen setzt, eine solche Perspektive auch nur für denkbar zu halten. Bei näherer Betrachtung werden wir gar einsehen müssen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse über die „materialistischen“ Grundlagen der historischen Undenkbarkeit einer historischen Situation, in der die Völker der Welt sich in gemeinsamer Anstrengung zur planetarischen Vernunft bringen, diesen Eindruck der Undenkbarkeit einer solchen Perspektive sogar noch verstärken können. Wir werden sehen, wie mühsam erarbeitetes Wissen über die „historisch-materialistischen“ Rationalitätsbedingungen, die einen solchen Gedanken wegen ihrer gegenwärtigen Nichtpraktizierbarkeit als reine Ideologie erscheinen lassen, unabhängig von der Intentionzu einem Mittel werden, die in der Analyse als perspektivisch unvernünftig identifizierten Rationalitätsbedingungen nur etwas aufgeklärter zu reproduzieren.

Das lässt sich anhand einschlägiger Schwiergkeiten nachvollziehen, mit denen ein kompromisloser „Anti-Kapitalismus“ unwillkürlich konfrontiert ist, wenn es gilt, die richtigen Schlüsse aus zentralen Erkenntnissen der Kapitalismuskritik zu ziehen. Dazu gehört die Erkenntnis, dass ausgemachte Probleme der Gegenwart, fehlende Entwicklungsgerechtigkeit, soziale Missstände, Raubbau, Gefährdung der Lebensgrundlagen künftiger Generationen etc. aus Interaktionsbedingungen hervorgehen, deren Entstehung und Geschichte fest in der Grundstruktur der kapitalistischen Ökonomie7 verankert sind. Die historisch-materialistische Analyse der gegenwärtigen Verhältnisse zeigt, dass die Menschen (Assoziationen und Institutionen) heute weltweit genötigt sind, auf eine kapitalistische Weise Mensch (Assoziation oder Institution) zu sein, was erklärt, dass sie (wir) unter diesen Bedingungen nicht nur Objekte sondern unwillkürlich auch Subjekte des Probememachens sind. Nichts anderes ist zu erwartenn, wenn den kapitalistisch interagirenden Subjekten des Geschehens ihr eigenes ihr eigenes Zusammenwirkenden, wie Marx zu sage wusste, „nicht als ihre eig­ne, vereinte Macht, sondern als eine fremde, außer ihnen stehende Gewalt“8 gegenübertritt, und es stellt sich die Frage, wie unter diesen Bedingungen ein zur Problembewältigung notwendiges Maß an Problemlösungskompetenz entstehen kann.

In einer konsequent antikapitalistischen Betrachtung des Problems scheint es nur logisch, dass das Maß an Problemlösungskompetenz (zugleich individueller, kollektiver oder institutioneller Natur), das eine nachhaltig vernünftige Gestaltung des Anthropozäns tatsächlich möglich machen könnte, nicht entstehen kann, solange die bestehenden (kapitalistisch strukturierten) Interaktionsbedingungen eben dies undenkbar erscheinen lassen. Im anti-kapitalistischen Diskurs wird deshalb oft betont, dass das Anthropozän eigentlich das Kapitalozän heißen müsste. Das würde auf der Stelle klar machen, dass die fest in den Grundfunktionen der kapitalistisch Ökonomie verankerten Interaktionsbedingungen an Problembewältigung im Grunde nicht viel mehr als ein wenig „Kapitalismusbegrünung“ gestatten und nur ein weltweiter Aufstand gegen das Kapitalistischsein der Interaktionsbedingungen selbst es erlaubte, das menschliche Wollen und Tun (und das dazu gehörige Bedenken und Urteilen) rational, und in einer Weise zu gestalten, die der menschlichen Natur am meisten adäquat wäre. Praktisch könne das nur heißen: Desintegration! Revolution! Aufbau einer vom „Kapitalistischsein“ befreiten Gesellschaft! Alles andere ist Quark, sprich illusionär.

Einige mögen fragen, was ich als bekennender Marxbewunderer daran auszusetzen habe. Schließlich bemerkte auch Marx, dass die Völker der Welt nur in einem weltweiten Aufstand gegen ihr eigenes Kapitalistischsein zur massenhaften Einsicht in die Notwendigkeit gelangen können, ihren anthropogenen Stoffaustausch weltgemeinschaftlich (in Marx Worten. „kommunistsch“) zu regulieren, dass also „zur massenhaften Erzeugung eines kommunistisches Bewusstseins ebenso wie zur Durchsetzung der Sache selbst eine massenhafte Veränderung der Menschen nötig ist, die nur in einer praktischen Bewegung, in einer Revolution vor sich gehen kann.“ 9

Damit ist allerdings nicht geklärt, was die unterschiedlichen Subjekte des kapitalistischtischen Menschseins auf den Gedanken bringen sollte, gegen ihre eigene Existenzweise zu revolutionieren. Bei allen Problemen, die das kapitalistsche Interaktionsregime noch ungelöst lassen mag, ist es doch immerhin die Grundlage ungeheurer Fortschritte nicht allein technologischer Natur. Kapitalismus schuf die moderne Welt. Auch das „kommunistische Manifest“ wusste das zu würdigen:

Alle festen eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neugebildeten veralten, ehe sie verknöchern können. Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht, und die Menschen sind endlich gezwungen, ihre Lebensstellung, ihre gegenseitigen Beziehungen mit nüchternen Augen anzusehen.“

Vom ungestörten Fortgang der kapitalistischen Moderne, so scheint es, hängen Wohl und Wehe auch der eigenen Person (Assoziation oder Institution) ab. Klimakrise? Ja, aber weder die Aussicht auf ein mittels Revolution zu gewinnendes „kommunistisches Bewusstsein“ noch auf „die Durchsetzung der Sache selbst“ (die Herbeiführung kommunistisch bestimmter Interaktionsbedingungen) scheint für die Völker der Welt derzeit eine große Verlockung dazustellen. Nichts deutet derzeit darauf hin, dass sie es nicht erwarten könnten, die von Marx in Aussicht gestellten Ein- und Aussichten herbei zu revolutionieren.

Das ist wenig verwunderlich angesichts der nicht gerade ermutigenden Geschichte des wirkmächtigen Großteils an praktischer Bewegung, die auf Marx Worten tatsächlich gefolgt war. Der sogenannte „kommunistischen Weltbewegung“ war es gelungen, der zu Marx Zeiten noch als bloßes Schreckgespenst durch Europa geisternden Idee des Kommunismus eine materielle Gestalt zu verschaffen, deren nun „real existierende“ Schrecken schnell das Bild zu prägen begannen, das sich die Menschen weltweit assoziieren, wenn sie mit dem Wörtchen „Kommunismus“ konfrontiert sind. Die im Kern (in ihrer eurasischen existenz) 70 Jahre währende Geschichte des „sozialistischen“ Staatenblocks hatte aus dem, was für Marx Inbegriff menschlicher Sehnsucht nach einer gewaltfreien Gesellschaft ohne Ausbeutung, Klassengegensätze und private Bereicherungsinteressen als Grundlage aller Gesellschaftlichkeit war, zum Synonym für kollektive Freiheitsberaubung, allgemeine Entrechtung, Intransparenz, Willkür und Arroganz der Macht esoterischer Clubs alter Männer gemacht, deren einzig bleibendes Verdienst es zu sein scheint, der Welt esoterischer Clubs alter Männer gemacht, deren einzig bleibendes Verdienst es zu sein scheint, der Welt „das wahre Gesicht des Kommunismus“ gezeigt zu haben.

Manche möge es deshalb verwundern, dass ich anscheinend ernsthaft denke, es könnte eine gesellschaftliche Nachfrage nach einem offenen Diskurs über Notwendigkeit, Realisierungs- und Rationalitätsbedingungen eines organisierten Übergangs zu öko-kommunistisch bestimmten Interaktionsbedingungen geben, und die Inaussichtstellung eines solchen „Kommunismus in grün“ könnte tatsächlich irgendwen ermutigen, über Grenzen der kapitalistischen Vernunft hinaus zu denken?

1

2 Vergl. Marx/Engels: Die deutsche Ideologie. MEW Bd. 3, S. 33

3 Marx/Engels: Die deutsche Ideologie, MEW Bd. 3, S. 34

Marx/Engels: Manifest der kommunistischen Partei, MEW Bd. 4, S. 465

4 Marx: Das Kapital, MEW Bd. 25, S. 828

5Siehe …

6„Die Voraussetzungen, mit denen wir beginnen, sind keine willkürlichen, keine Dogmen, es sind wirkliche Voraussetzungen, von denen man nur in der Einbildung abstrahieren kann. Es sind die wirklichen Individuen, ihre Aktion und ihre materiellen Lebensbedingungen, sowohl die vorgefundenen wie die durch ihre eigne Aktion erzeugten. Diese Voraussetzungen sind also auf rein empirischem Wege konstatierbar.“ Marx/Engels: Die deutsche Ideologie; MEW Bd. 3, S. 20

7Siehe …

8Marx

9 Marx/Engels: Die deutsche Ideologie, MEW Bd. 3, S. 70


Naomi Klein über einen lauernden Ökofaschismus: „Wir sind nicht nur im Wortsinne sondern auch politisch entflammbar“

4. Februar 2020

Nach dem Beitrag von Timothy Snyder über „den nächsten Genozid“ hatte ich unlängst einen weiteren Beitrag zur Frage aus dem Netz gefischt und ins Deutsche übersetzt in dem die Frage behandelt ist:

Müssen wir uns auf eine Zeit vorbereiten, in der der Rechtspopulismus seine „Klimaleugnerei“ als Mittel der Ausbeutung verbreiteter Verdrängungsbedürfnisse oder auch als Mittel der Auffüllung interner Schwatzgeldkassen aufgibt, und einen faschistischen Klimaschutz propagiert?

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Über Sozialismus reden statt sich auf anti-kapitalistischer Identitätssuche zu verlieren

21. Januar 2020

Habe den Blog in letzter Zeit arg vernachlässigt. Das liegt einerseits daran, dass ich einiges an Zeit in mein Projekt „Das Anthropozän gestalten – was kommt nach dem Ende der Geschichte kapitalistischer Vernunft?)“ investiere, zum anderen daran, dass sich die mir in meiner Facebook-Timeline tagtäglich darbietende Variation an Zeitung- und Zeitschriftenartikeln, sich für mich zu einem Mittel entwickelt hat, das Weltgeschehen, sehr eng zu verfolgen und auch mit Menschen im Austausch zu stehen, die ich schätzen gelert habe, obwohl oder auch gerade weil sie in vielem sehr andere Meinungen vertreten.

Das gilt insbesondere für die Sozialismusfrage, bzw. die Frage, was es bedeutet, dass diese in der Regel allerhöchstens noch als untot zwischen den Zeilen geistert. .

Ein Problem (außer die Schwierigkeiten eines efrnünftigen Zeitmanagements) scheint zu sein, dass die Dinge, die einem dort ab und zu durch die Tasten gehen, nur sehr temoprär aufflackern und dann für die weitere Aufarbeitung nicht mehr zur Verfügung stehen.

So hier:

Es bedarft dringend einer öffentlichen Debatte darüber, was Sozialismus bzw. Ökosozialismus sein, und welche aktuelle Brisanz das, was darunter jeweils verstanden wird, haben oder nicht haben soll.

Ich verstehe unter Sozialismus bzw. Ökosozialismus angelehnt an Marx Verständnis im Wesentlicheneine Perionde des Übergangs von kapitalistisch zu öko-kommunistisch bestimmten Interaktionsbedingungen und dem damit einhergehenden Stoffaustausch mit der Natur.

Es kann dabei nicht um das Durchsetzen einer ausgedachten (also nur in der Fantasie existierenden) Alternative gehen, sondern nur um die Stärkung und zunehmend systematischer und zielbewusster betriebene Weiterentwicklung bestehender Entwicklungspotenziale, die in diese Richtung weisen bzw. weiterentwickelbar erscheinen. Die sind in sehr unterschiedlicher Weise im aktuellen gesellschaftlichen bzw. politischen Geschehen zu beobachten. Dazu gehören Konzepte, wie die eines Stoffaustausches von der Wiege bis zur Wiege, die UN Nachhaltigkeitsziele, Ideen der Gemeinschaftsökonomie, die Postwachstumsdebatten, die Commons-Bewegung, das Übereinkommen von Paris, Fridays for Future, die Bewegung für einen Green New Deal und auch, was sich innerhalb der Welt des Kapitals tut.

Bedeutet das Verzicht?

Schaffen wir tatsächlich, ein weltgemeinschaftlich bestimmtes Ressourcen bzw. Nachhaltigkeitsmanagement zur Grundlage des Weltwirtschaftens zu machen, das einen fairen Interessensausgleich schafft, kann die Welt vermutlich auf über 90 Prozent der Militärausgaben verzichten.

Worauf wir auf keinen Fall verzichten sollten? Ich würde sagen, Menschenrechte zur Geltung zu bringen an erster Stelle. Und es muss darber geredet werden, wie eine solche Transformation bewerkstelligt werden kann, ohne dass sie in einen Weltbürgerkrieg endet. – auch etwas, auf das wir gern verzichten können.


Der nächste Genozid

3. Dezember 2019

2015, noch über ein Jahr vor der Präsidentschaft des großen Trumputins war eine Op Ed (Opinion Edition) in der der New York Times von Timothy Snyder erschienen, in der Syder vor der Gefahr warnt, dass in der Zukunft eine „ökologische Panik“ eine neuen Ära des staatlich organisierten Massenmordens auslösen könnte.

Ich finde den Beitrag außerordentlich lesens- weil bedenkenswert. Habe mir erlaubt, den Text nach bestem Wisssen und Gewissen ins Deutsche übertragen.

Timoth Snyder is a professor of history at Yale University and the author of “Black Earth: The Holocaust Follow The New York Times Opinion section on Facebook and Twitter, and sign up for the Opinion Today newsletter.

Der nächste Genozid

Von Timothy Snyder (ins Deutsche übersetzt von hhh)

  • Sept. 12, 2015
  • New Haven — Bevor er den Schuss abfeuerte, hob der Einsatzgruppenleiter das jüdische Kind in die Luft und sagte: „Du musst sterben, damit wir leben können.” Als das Töten weiterging, rationalisierten andere Deutsche die Ermordung jüdischer Kinder in der selben Weise: die oder wir.

Wir stellen uns die Nazi-Endlösung heute als eine Art dunkler Höhepunkt des technologischen Zeitalters vor. Tatsächlich geschah das Töten in einem engen Zusammenhang mit einem Krieg um Ressourcen. Der Krieg, der entscheidend war, für das Ausmaß des deutschens Zugriff auf Juden, wurde geführt, weil Hitler glaubte, dass Deutschland mehr Land und Nahrung braucht um zu überleben und um seinen Lebensstandard zu erhalten — und dass Juden und deren Ideen eine Bedrohung für Deutschlands Expasionspläne darstellen.

Der Holocaust mag uns als ein ferner Schrecken der Vergangenheit erscheinen, dessen Lektion wir längst gelernt haben. Aber die traurige Wahrheit ist, dass auch in unserer Ära Ängste gibt, die das Bedürfnis nach Sündenböcken und Feindbildern schüren. So könnten gegenwärtige Umweltbelastungen Hitlers Hitlers Ideen um neue Varianten ergänzen, insbesondere in Ländern mit verbreiteten Ängsten über die Möglichkeit, auch in Zukunft die Ernährung ihrer wachsenden Bevölkerung oder weiterhin ständige Verbesserungen des Lebensstandards sicher zu stellen.

Das Streben nach deutscher Vorherrschaft verlange nach einer Verleugnung von Wissenschaft. Hitlers Alternative zur Wissenschaft war die Idee vom Lebensraum. Deutschland brauche ein Europäisches Reich weil nicht eine Verbesserung der Landbearbeitungstechnik sondern nur die Eroberung von neuem Lebensraum im Osten die Hoffnung böte, das Deutsche Volk zu ernähren. In seinem „zweitem Buch“, das er 1928 verfasst hatte, aber das erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde, beharrte Hitler darauf, dass der Hunger schließlich alle Verbesserungen des Anbaus überflügeln würde und „die wissenschaftlichen Methoden des Landmanagements“ bereits gescheitert seien. Er behauptete, dass keine der damit erreichbaren Verbesserungen es möglich machen könne, dass sich die Deutschen von ihrem eigenen Territorium ernähren. Insbesondere leugnete Hiltler – fälschlicherweise – , dass Bewässerung, Hybridsorten und Kunstdünger die Beziehungen zwischen Mensch und dem nutzbaren Boden verändern könnten.

Durch Wissenschaft Frieden und menschlichem Reichtum zu erlangen, behauptete Hitler in „Mein Kampf“, sei ein Ablenkungsmanöver der Juden, um die Deutschen davon abzuhalten, die Notwendigkeit des Krieges zu erkennen. „Es ist immer der Jude“, argumentierte Hitler, der danach trachtet und auch Erfolg damit hat, ein solch tödliches Denken zu säen.

So exotisch es klingen mag, aber das Konzept des Lebensraums ist weniger von unserer eigenen Art des Denkens entfernt, als wir es vielleicht wahrhaben wollen. Während des 1. Weltkrieges erlitt das von Importen landwirtschaftlicher Güter abhängige Deutschland eine Blockade und sah sich mit wirklichen Problemen hinsichtlich der Ernährungssicherheit konfrontiert. Hitler transformierte die daraus entstandenen Ängste in seine Vision der Eroberung totaler Ernährungssicherheit. „Lebensraum“ verbindet den Vernichtungskrieg mit der Frage nach Wegen zur Verbesserung des Lebensstils. Der oberste Nazi-Propagandist Joseph Goebbels konnte daher das Ziel des Vernichtungskrieges als „ein großes Frühstück, ein großes Mittagsmal und ein großes Abendessen“ definieren. Er verschmelzt damit Lebensstil mit Leben. Um deutschen Lebensraum zu expandieren, beabsichtigte Hitler, die Ukraine der Sowjetunion zu entreißen, 30 Millionen Osteuropäer hungern zu lassen und die Nahrung nach Deutschland zu transportieren. Als Deutschland 1941 die Sowjetunion 1941 eroberte, hatte die Operation zwei Ziele: die Kontrolle über die fruchtbaren Böden der Ukraine und die Zerstörung des jüdischen Lebens in dem Gebiet. Es war diese Invasion, die wehrlose jüdische Kinder der Gnade der mordenden Einsatzgruppen preisgab.

Der Klimawandel droht eine neue ökologische Panik zu provozieren. Bis jetzt haben die ärmeren Menschen in Afrika und im Mittleren Osten die Hautlast dieser Entwicklung zu erleiden. Der Massenmord an mindestens 500.000 Rwanderer im Jahr 1994 folgte einem mehrjährigen Rückgang der agrarischen Produktion. Hutus ermordeten Tutsis nicht nur als ethnischem Hass, sondern auch, um ihnen ihr Land zu nehmen, wie vele der am Genozid bBeteiligten später zugaben.

Im Sudan hatte 2003 eine Dürre Araber dazu getrieben, in das Land der afrikanischen Viehhalter einzudringen. Die Regierung des Sudans schlug sich auf die Seite der Araber und verfolgten eine Politik der Vertreibung der Zaghawa, Masalit and Fur Völker aus Dafur und dessen Umgebung.

Auch hat der Klimawandel Unsicherheiten im Hinblick auf die Ernährungssicherheit zurück in das Zentrum der Politik von Großmächten gebracht. Das heutige China ist wie Deutschland vor dem Krieg eine Industriemacht, die außerstande ist, die Ernährung seiner Bevölkerung mit Feldfrüchten aus dem eigenen Territorium sicher zu stellen und ist deshalb von den unberechenbaren Launen internationaler Märkten abhängig.

Das könnte die Bevölkerung Chinas anfällig machen für ein Revival der Idee vom Lebensraum. Die Regierung Chinas muss eine Balance finden zwischen seiner noch recht nahen Geschichte des Hungers seiner Bevölkerung und des gegenwärtigen Versprechens auf ewig wachsender Prosperität – während sie mit zunehmend ungünstigen Umweltbedingungen konfrontiert ist. Die Gefahr ist nicht, dass die Chinesen in naher Zukunft tatsächlich verhungern könnten, so wie es das während der 1930er Jahre auch nicht den Deutschen gedroht hätte. Das Risiko besteht darin, dass ein entwickeltes Industrieland mit einer gewissen militärischen Stärke, wie einst Hitlerdeutschland in eine ökologische Panik geraten und drastische Schritte zur Verteidigung seines gewohnten Lebensstandards ergreifen könnte.

Wie könnte sich ein solches Szenario entfalten? China hat bereits ein Zehntel der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Ukraine gepachtet und kauft Nahrungsmittel auf, wann immer Lieferengpässe erwartet werden können. Chinesische Panikkäufe während der Dürre von 2010 verhalfen dem Mittleren Osten zu Brotaufständen. Chinas Führung betrachtet Afrika bereits als eine Langzeitressource für Nahrung. Obwohl noch viele Afrikaner selbst hungern, ist es fruchtbar. Es enthält zirka die Hälfte der weltweiten Reserven an nutzbarer aber nicht genutzter Agrarfläche. Wie China sind auch die Vereinten Arabischen Emirate und Südorea an fruchtbare Regionen im Sudan interessiert – und auch Japan, Katar und Saudi Arabien haben sich der Riege der Interessenten für den Kauf oder die Pacht von Land quer durch Afrika angeschlossen.

Nationen, die Land brauchen würden wahrscheinlich mit taktvollen Verhandlungen über das zu pachtende oder zu kaufende Land beginnen; aber unter der Bedingung von akutem Versorgungsstress könnten solche Agrarexportzonen zu Kolonien werden, die gewaltsam verteidigt würden.

Hitler verbreitete ökologische Panik indem er behauptete, dass nur Land Deutschland Sicherheit bringen würde und indem er der Wissenschaft entgegentrat, die Alternativen zum Krieg versprach. Durch Verschmutzung der Erdatmosphäre mit Treibhausgasen haben die USA mehr als jede andere Nation für die Entstehung einer uns womöglich bevorstehenden ökologischen Panik beigetragen, und sie ist jetzt das einzige Land, in der der Klimawissenschaft immer noch Widerstand von Seiten bestimmter politischer und wirtschaftlicher Führungskräfte ausgesetzt ist. Diese Leugner neigen dazu, die empirischen Befunde der Wissenschaft als eine Verschwörung dazustellen und die Gültigkeit von Wissenschaft generell in Frage zu stellen – eine intellektuelle Haltung die der Haltung Hitlers unangenehm nahe kommt.

Die vollen Konsequenzen des Klimawandels mögen Amerika erst Jahrzehnte nachdem die Erwärmung bereits in anderen Regionen Verwüstungen angerichtet hat, erreichen. Und dann könnte es zu spät sein, um mit Wissenschaft und Technologie das Ruder noch herum zu reißen. Bis dahin wird in den Vereinigten Staaten der Weg zur Demagogie ökologischer Panik geebnet sein, während die Amerikaner noch Jahre damit zubringen können, rund um die Welt ökologische Desaster zu verbreiten.

Im schroffen Gegensatz dazu nimmt die Europäische Union die globale Erwärmung sehr ernst, aber ihre Existenz ist bedroht. In Afrika und dem Mittleren Osten schreitet die Erwärmung unterdessen voran und wüten Kriege. Menschen verlassen die Region als Kriegsflüchtlinge oder aus wirtschaftlichen Gründen und nehmen als Flüchtlinge lebensgefährliche Reisen auf sich um nach Europa zu gelangen. Als Reaktion darauf verlangen Europäische Populisten eine strikte Verteidigung der nationalen Grenzen und ein Ende der Union. Viele dieser populistischen Parteien unterstützen Russland, das offen eine Spaltungs- und Eroberungspolitik mit dem Ziel der Desintegration Europas verfolgt.

Die russische Intervention in der Ukraine im Jahr 2014 hat bereits die Friedensordnung erschüttert, die die Europäer längst begannen als garantiert zu betrachten. Der Kreml, der wirtschaftlich von Erdgaslieferungen nach Europa abhängig ist, ist nun auf der Suche nach Möglichkeiten, Gasgeschäfte nach und nach mit einzelnen europäischen Staaten abzuschließen um auf diese Weise die europäische Einheit aufzuweichen und seinen eigenen Einfluss auszuweiten. Inzwischen wachst Präsident Putin die Kufen für eine nostalgische Schlittenfahrt in die 1930er Jahre während russische Nationalisten Homosexuelle, Kosmopoliten und Juden beschuldigen, eine Anti-Kriegsstimmung zu verbreiten. Beides verheißt nichts Gutes für die Zukunft der Europäische Union – oder Russlands.

Eine Ära des Massenmords würde sich nicht mit einer Sprache ankündigen, die uns vertraut ist. Das Nazi-Szenario von 1941 wird nicht in der exakt gleichen Form auferstehen, aber einig ihrer wesentlichen Elemente haben sich bereits herausgeschält. Es ist nicht schwer sich den ethnischen Massenmord in Afrika vorzustellen, wo er bereits stattfand, oder den Triumph eines gewalttätigen Totalitarismus in den austrocknenden Regionen des Mittleren Ostens durch eine Abart des Islamismus, oder Chinas Kampf um Ressourcen in Afrika oder in Russland oder Osteuropa, der die Vertreibung der die dort bereits lebenden Bevölkerung einschließt, oder eine weltweite ökologische Panik nachdem Amerika sich von der Klimawissenschaft lossagt und die Europäische Union auseinander bricht.

Heute stehen wird der gleichen grundlegenden Wahl zwischen Wissenschaft und Ideologie, der einst Deutschland gegenüberstand. Werden wir die empirischen Beweise akzeptieren und neue Technologie n der Energiegewinnung unterstützen, oder lassen wir es zu, dass Wellen ökologischer Panik durch die Welt schwappen?

Wissenschaft abzulehnen ruft die Geister der Vergangenheit die unsere Zukunft gefährden.


Wieder ein Lichtblick: Fridays for Future

13. März 2019

Meine Einträge hier sind in der letzten Zeit etwas seltener geworden. Das ist aber nur vorrübergehend so. Arbeite etwas intensiver am Publikationaprojekt „Wir müssen das Anthopozän gestalten – Möglichkeiten der Erdung einer vielleicht rettenden Utopie“ (Arbeitstitel).

Aber meine Begeisterung über die Schülerstreiks unter dem Titel Fridays for Future und nun den Aufruf Sience for Future soll der Welt nicht verborgen bleiben.

Hier ersteinmal die Pressekonferenz der  Scientists for Future.

GT Rede auf der COP 24 in Katowice

WELT-DOKUMENT: „Fridays for Future“-Aktivisten Greta Thunberg spicht bei EU-Konress

 

Benni Bärmann auf Keimform

Der globale Streik als globales Commoning


Traum und Wirklichkeit

31. Dezember 2018

Manchmal scheitere ich in meinem Bemühen, herauszubekommen, was Marxisten meinen, wenn sie meinen, ihren Mitmenschen einen Gedanken von Marx nahe zu bringen.

So ist es auch in diesem Fall. In dem Marxjahr-Schwerpunktheft der Luxemburg 2/3 2017 zitiert Michael Brie auf S. 23: aus einem 1843 verfassten Brief von Marx an Arnold Ruge die folgende Passage:

Unser ganzer Zweck kann in nichts anderes bestehn, […] als dass die religiösen und politischen Fragen in die selbstbewusste menschliche Form gebracht werden. Unser Wahlspruch muss also sein: Reform des Bewusstseins nicht durch Dogmen, sondern durch Analysierung des mystischen, sich selbst unklaren Bewusstseins, trete es nun religiös, oder politisch auf. Es wird sich dann zeigen, dass die Welt längst den Traum von einer Sache besitzt, von der sie nur das Bewusstsein besitzen muss, um sie wirklich zu besitzen”

Marx, Brief an Anold Ruge, Kreuznach, September 1843, MEW 1 S. 343-246

Hier fällt natürlich auf, dass Marx zu der Zeit womöglich bereits vom Traum des Gedanken erfasst war, dass es darauf ankäme, die Welt zu verändern, und  das Marx bereits schwante, dass deren weltgemeinschaftliche Inbesitznahme nicht vom richtigen Bewusstsein geschafft werden kann (und dieses richtige Bewusstsein durch Analyse der weltlichen Beweggründe fürs Träumen zu erlangenen wäre), sondern dass die tatsächliche Möglichkeit geschaffen werden muss, die Geschicke der Welt öko-kommunistisch zu gestalten, aber dass Marx damals noch nicht so weit war, dies so zum Ausdruck zu bringen, also noch kein richtiges Bewusstsein der materiellen Voraussetzungen einer wirklichen Inbesitzname hatte.

Brie erklärt:

Dieses Bewusstsein von der Sache lag für Marx in der Untersuchung der realen Verhältnisse, in denen die Menschen ihr eigenes Bewusstsein hervorbringen. Dieses politische Ziel hat seine Analysen entscheidend geprägt.”

Dieses Bewusstsein? Das Bewusstsein, mit dem die Welt angeblich in Besitz genommen werden kann? Es liegt in der Untersuchung der realen Verhältnisse? Nicht vielleicht in den realen Verhältnissen verborgen? Als Keimform eines politischen Willens? Durch die realen Verhältnisse angetrieben?  Und von welchem politischen Ziel ist hier die Rede? Ich verstehe es nicht.

 


Die Negation der Negation, die hat immer Recht?

30. Dezember 2018

Ist die „In-Wert-Setzung“ wirklich DER Sündenfall Teil 2 (Zum Teil 1 geht’s hier)

Was ich mache, fragt Facebook ab und zu. Hier kann ich’s ja sagen. Schmökere gerade im Sammelband „Karl Marx – Philosophie, Pädagogik, Gesellschaftstheorie und Politik“ Der Untertitel kangt mir vielversprechend: „Aktualität und Perspektiven der Marxschen Praxisphilosophie“. Sätze wie die folgenden versetzten der frohen Erwartung allerdings einen Dämpfer:

„Obwohl Marx die Dialektik der gesellschaftlichen Praxis nie aufgegeben hat, (…) verfolgt er mit seinem unabgeschlossenen Mamutwerk, der Kritik der politischen Ökonomie“ ab 1858 und deren Herzstück „Das Kapital“ (1867) ein eingeschränktes und zugleich radikales Ziel, nämlich die Beweisführung, dass die kapitalistische Wertökonomie (…) grundsätzlich die Negation der Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens und ihrer Fundierung in die Natur darstellt, sodass dadurch die unausweichliche praktische Notwendigkeit einer Negation der Negation, d.h. der revolutionären Überwindung der Wertökonomie einsichtig wird (…) Die Kritik der politischen Ökonomie ist insofern eine rein negative Ökonomie, die an der Wertlogik des Kapitals immanent zu zeigen versucht, dass sie die Arbeit und die Natur negiert und daher grundlegend in einem sich steigernden Widerspruch zum menschlichen Leben steht, weshalb grundsätzlich eine Reformierung oder Humanisierung der kapitalistischen Wertlogik ausgeschlossen ist. Daher bleibt für das Überleben der Menschheit praktisch nur die praktische Aufgabe der revolutionären Umwälzung der Weltökonomie übrig.

Eine solche negative Theorie kann sich nicht aus sich selbst begründen, sondern sie setzt die geschichtsmaterialistische Dialektik der frühen Schriften – von den Pariser Manuskripten von 1844 bis zum Kommunistischen Manifest von 1848 – zu ihrer Grundlegung voraus.“

Wolfdiedrich Schmied-Kowalzik: Zur Aktualität der Praxisphilosophie von Marx in „Karl Marx – Philosophie, Pädagogik, Gesellschaftstheorie und Politik“ S. 26-27

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Ist „In-Wert-Setzung“ wirklich DER Sündenfall? (1)

20. Dezember 2018

Es ist natürlich kein Zufall, dass mir mein schon sehr lange währendes Unbehagen über gewisse Formen des bekennenden Anti-Kapitalismus gerade auch im Kontext mit Herausforderungen ökologischer Natur während des neulich von der Rosa Luxemburg Stiftung veranstalteten Symosioms zur Ehren von Elmar Altvater wieder stark zu Bewusstsein kam und mir nun um so mehr auf der Seele lastet, als ich einmal wieder nicht den Mund aufbekam.

Zum Teil 2 gehts HIER

Altvaters wiederholte Hinweise auf den gewaltigen Unterschied zwischen irreversiblen Naturprozessen und den anscheinend ewig wiederholbaren Kreisläufen des Geldes, also der Naturvergessenheit der „Realabstraktion“, die die kapitalistischen Produktionsbedingungen bedeuten, sind vom Ansatz richtig und sie wurden vom Meister Altvater stets sehr plastisch erzählt, zuweilen auch ausgesprochen drastisch: Man kann zwar aus einem Aquarium voller Zierfische eine Fischsuppe machen, aber die Fischsuppe lässt sich hinterher nicht zurückverwandeln – auch wenn die Tatsache, dass man die Fischsuppe verkaufen, und von dem Geld neue Fische kaufen kann, anderes suggerieren möge. Ist ein Regenwald einmal abgeholzt, kann das dafür eingenommene Geld den zerstörten Wald nicht zurückholen.

Stimmt alles, aber auch sehr starke Wahrheiten lassen sich zu Tode reiten. Birgit Mahnkkopf wies in ihrer Erinnerungsrede an ihren langjährigen Partner darauf hin, dass Altvater bereits in den 1970er Jahren gezeigt habe, dass alle Versuche der Internalisierung von Umweltkosten in die Preisstruktur und damit dem kapitalistischen Inwertsetzungsprozess (durch Steuern, Gebühren usw.) in ökologischer Hinsicht zum Scheitern verurteilt seien. Kapitalistisches Wirtschaften („die Marktwirtschaft“) bliebe von der Funktionsstruktur her immer auf Expansion angewiesen, d.h. es müsste sich zwangsläufig immer mehr Gebiete (geologische Räume, Lebensgebiete, Bereiche der Natur) einverleiben. Deshalb sei der Wettlauf zwischen Externalisierungsdruck (Abwälzung von Umweltkosten auf Akteure, die den Inwertsetzungsprozess nicht berühren) und Internalisierungsbemühungen (Verordnete Bepreisung von Naturressourcen) nicht nur nicht gewinnbar, sondern im Gegenteil würde der Widerstand gegen die kapitalistische „Landnahme“ (Klaus Dörre) geschwächt: einerseits, weil Illusionen in die Reformierbarkeit der kapitalistische Verwertungsspähre geschaffen würden, andererseits weil die berühmte Effizienz zu der die Konkurrenz der Selbstbereicherungsagenturen nötige, stets irgendwo die „externalisierten“ Umweltkosten sozio-ökologischer Natur erhöhte.

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Erlesener Lesestoff: Thomas Laughlin, Anthropocene Marxism

13. Juni 2018

Gerade entdeckt:

Eine – wie ich meine – sehr gute Kritik (Würdigung) des Buches von John Bellamy Foster und Paul Burket: Marx and the Earth, Chicago: Haymarket, 2017

„The Anthropocene poses certain aesthetic and cognitive problems of scale. To put it simply, we are the problem, but we can’t see it. In fact, even how we chose to define and conceptualize this “we” is part of the problem.1 We have lots of models for thinking individuality, but very few for thinking “totality” — not just humanity as a whole, but also humanity in its interaction with non-human nature, what Marx called “external nature. …

WEITER:


Work in Progress: Anmerkungen zum Anthropozän

6. Mai 2018

Andreas Zielcke fragt in seinem am  in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Beitrag zur SZ-Serie

 Das Anthropozän Gegen die Naturgewalt Mensch

Seit der Entstehung der Nationalstaaten bedeutet Selbststeuerung, politische Souveränität auszuüben. Unter demokratischen Vorzeichen heißt dies, dass alle Regierungsgewalt vom Volke ausgeht. Was aber bedeutet Selbststeuerung, wenn vom Volke eine Naturgewalt ausgeht? Wenn die Menschen nicht ihren politischen Absichten Gestalt geben, sondern das Weltklima aufheizen, die Kreisläufe auf dem Land und im Ozean schädigen, den Planeten übervölkern, die Ressourcen erschöpfen und den Erdball vermüllen?

Nun, das bedeutet, dass das menschliche Selbst Subjekt einer sein Handeln  und Bedenken bestimmenden gesellschaftlichen Struktur ist, die ihm als eine Naturgewalt gegenüber tritt, und was als Selbststeuerung des Volkes erscheint also in Wirklichkeit die Selbststeuerung einer Naturgewalt ist, also keine kulturelle Leistung  miteinander kooperierender menschlicher Individuen. Das ist so, …

„… solange die Menschen sich in der naturwüchsigen Gesellschaft befinden, solange also die Spaltung zwischen dem besondern und gemeinsamen Interesse existiert, solange die Tätigkeit also nicht freiwillig, sondern naturwüchsig geteilt ist, die eigne Tat des Menschen ihm zu einer fremden, gegenüberstehenden Macht wird, die ihn unterjocht, statt daß er sie beherrscht.

Marx/Engels: Die deutsche Ideologie, MEW Bd. 3, S. 33

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