Nationales Klimaschutzgesetz?

27. April 2010

Unlängst fand die Einladung einer „Denkfabrik“ der SPD den Weg in mein EMail Postfach. Eingeladen wird zu einer klimapolitischen Diskussion Die SPD-Bundestagsfraktion fordert…

„… ein nationales Klimaschutzgesetz, das die Reduktionsziele verbindlich und langfristig bis zum Jahr 2050 festschreibt und Transparenz bei der Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen schafft.“

Ok, da kann man nur viel Erfolg wünschen. Wundersam ist nur, dass weder auf der Website der SPD Fraktion noch auf der ihrer „Denkfabrik“ näheres über das geforderte Klimaschutzgesetz zu erfahren ist. Hoffen wir, dass das keine Ente ist und die SPD-Fraktion nun tatsächlich – endlich –  die Windschutzscheiben-Perspektive ihres einstigen Autokanzlers verlässt.

Zur Erinnerung:  Schröder hatte seine Kanzlerschaft nicht zuletzt dem Versprechen ans rote Wahlvolk zu verdanken, die Ökosteuer (für deren Einführung vor allem grüne Stimmen mobilisiert worden waren) in harmlose 6 Pfennig Bahnen zu lenken.

Beim Überdenken dieser Politik könnte ein aktuelles Strategiepapier aus dem grünen Umfeld helfen: Nachhaltig aus der Krise – Ökologische Finanzreform als Beitrag zur Gegenfinanzierung des Krisendefizits“ von Damian Ludewig, Bettina Meyer und Kai Schlegelmilch, das die Heinrich Böll Stiftung herausgegeben hat.

Allerdings muss auch bei der Ökosteuer unbedingt über den nationalen Rahmen hinaus gedacht werden – etwa zur Finanzierungeines UN Parlaments für nachhaltige Entwicklung.

Der roten Denkfabrik plagen derzeit aber (noch?) ganz andere Sorgen:

„Die Wirtschaft braucht Investitionssicherheit statt unverbindlicher Aussagen. Nur so können die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um sich beim Übergang in eine „Low Carbon Economy“ die nötigen Wettbewerbsvorteile zu sichern.“

Ist es nicht vielmehr so, dass nur die richtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen Investitionsentscheidungen schaffen, die der Klimasicherheit dienlich  sind?

Und für den Gedanken, dass die Wettbewerbsvorteile der einen die Wettbewerbsnachteile der anderen sind wird die SPD Fraktion wohl trotz griechischer Finanztragödie – auch noch etwas brauchen. Naja wie gesagt: Wünsche viel Erfolg.

Gruß hh


Zum Programmentwurf der Linken (Letzte Aktualisierung am 11.8.10, die allerletzte am 3.12.11)

16. April 2010

Die Partei DIE LINKE hat mit der Debatte um ihr Grundsatzprogramm begonnen, das sie im Herbst 2011 beschließen will. Einen ersten Höhepunkt soll die Diskussion im November dieses Jahres mit einem Programmkonvent erreichen. Das verdient natürlich Aufmerksamkeit – und Muße. Ich werde die Programmdebatte nur sporadisch verfolgen und kommentieren können.

In Arbeits ist eine Auseinandersetzung zum Komplex „Widersprüche zwischen Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse“

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Zur „Ökosozialistischen Konferenz“

7. April 2010

Die vom  SALZ und der Rosa Luxemburg Stiftung organisierte Ökosozialistische Konferenz in Kassel ist nun Geschichte. Sie unterstützte das „Ökosozialistische Manifest“ und hinterließ auch eine eigene Erklärung: „Für eine ökosozialistische Wende von unten! Ich war nicht dabei, werde mich aber nun nach und nach den Ergebnissen und begleitenden Texten zuwenden und das Eine oder Andere hier auch – soweit es mir zeitlich möglich ist – kommentieren.

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Anmerkungen zu Altvater und Zeliks „Vermessung der Utopie“

26. Februar 2010

Eine interessante Annäherung an die „S“ Frage nach „einer Gesellschaft jenseits des Kapitalismus“ verspricht Elmar Altvaters und Raul Zeliks „Vermessung der Utopie – Mythen des Kapitalismus und die kommende Gesellschaft“. Der auch im Netz zum freien Download bereit stehende Text basiert auf Mitschnitten von Gesprächen, was entschieden zu dem sympathischen Charakter des Sich-Vorwärts-Tastens beigetragen haben dürfte.

Als (guter) Einstieg sei die Lektüre der voran gestellten 10 Thesen empfohlen.

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Schröders Stamokap-Agenda war nicht nur verfassungswidrig

13. Februar 2010

Die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe hätte eine Chance sein können für einen Eintritt ins garantierte Grundeinkommen und neue Modelle sozial gestalteter Tätigkeiten. (Oder glaubt wer an die Möglichkeit oder auch Sinnhaftigkeit einer Rückkehr zur Vollbeschäftigung?)

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Alles Gut(e) Kapital?

22. November 2009

Während man sich früher  in der Natur umschaute, wenn technische oder ökonomische Erscheinungen auf einen Begriff  zu bringen waren, ist es heute meist umgekehrt.  Arbeitsspeicher leer? Neustart notwendig? Liest sich wie ein Psycho-Ratgeber, oder? Die überraschende Erkenntnis: Erfahrungen mit Artefakten können zum besseren Naturverständnis beitragen.

Ob aber die Ausdehnung „des Kapitalbegriffes“ auf alle möglichen Formen sozialer und natürlicher Potenziale zur Schaffung eines Nutzens ein Gewinn ist?

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Wunderbar: Wirtschaftsnobelpreis gegen den „Tragik der Allmende“ / „Homo-Ökonomikus“ Unsinn!

13. Oktober 2009

Mal ein gutes Zeitzeichen: Eine Politologin bekommt den Wirtschafts-Nobelpreis, die  dem neoliberalen „Tragik der Allmende“ Dogma, (das stets private, also nicht sozial vermittelte = miteinander nicht abgesproche  und abgestimmte Aneignung voraussetzt, als wäre das ein Naturgesetz),  mittels interdisziplinärer Forschung mit öko-anthropologischen und psychologischen Ansätzen Substanzielles entgegen setzt. Wunderbar!

Dass sich die sozialdemokratisch-keynsianistische FR enttäuscht zeigt, sagt wohl mehr über den Kritiker (den ansonsten geschätzten Robert Heusinger) aus als über die als „harmlos“ geschmähte Elinor Ostrom.

Mehr Infos

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ATOMKRAFTGEGNER SCHALTEN SICH EIN!

23. August 2009

Impressionen vom 5.9.09 in Berlin

Ententfremdung: Die Gesellschaft beginnt, sich Gedanken über
ihre Produktionsmittel zu machen. Wer sollte über
deren Entwicklung und Einsatz (zu welchem Zweck)
wie entscheiden?
Greenpeace zum Thema Atomkraft
Greenpeace-Kalender 365 Gründe gegen Atomkraft
Eurosolar/IPPNW Fakten zur Atomenergie
BUND Themen: AtomkraftMütter gegen Atomkraft

 

BMU über Atomenergie und Strahlenschutz

IPPNW: Gesundheitliche Folgen von Tschernobyl – 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe
IPPNW: Atomenergie & Gesundheit
IPPNW: Atomenergie und das Atommüll-Problem
IPPNW: Atomenergie & Sicherheit
Stromwechsel jetzt! – Ökostrom statt Atom!

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GREENWASHING

30. Juli 2009

Als ein Prozess sozialer Emanzipation innerhalb der gegebenen Verhältnisse sehe ich (Öko-) Sozialismus als  sukzessive Entwicklung und Verallgemeinerung der Möglichkeit, Zwecke und Mittel menschlicher Bereicherung in einer Weise miteinander abzustimmen, dass die  sozialen und ökologischen Voraussetzungen und Wirkungen der Produktion in die Entscheidung einbezogen werden müssen.

Bevor eine als solche handlungsfähige menschliche Weltgemeinschaft geschaffen und diese Befähigung damit der weltweit vorherrschende soziale Prozess werden kann,  geschieht sie notgedrungen ökokapitalistisch gebremst, sehr widersprüchlich und nimmt oft paradoxe Formen an.

So kann z.B.  Greenwashing durchaus zum  Moment des  Fortschritts sozialer Emanzipation werden, wenn,  oder besser in so weit es gelingt, gegenüber einer breiten Öffentlichkeit die Unterschiede zwischen wirklichen Fortschritten in der umweltbewussten Gestaltung und bloßen Wortschritten, die über den größten Teil der Wirklichkeit nur hinwegtäuschen, aufzudecken.

Weil sich Greenwasher immerhin dazu genötigt sehen,sich zu einer  umweltbewussten bzw. menschenwürdigen Produktion und Produktgestaltung zu bekennen, sind sie auch genötigt, sich gegenüber Vorwürfen der Irreführung zu rechtfertigen und für ihr gesamtes Handeln gerade stehen zu müssen

In dem Sinne sollen hier nach und nach einige Beispiele des Greenwashing zusammengetragen werden.

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Der Focus spülte Leserkommentar in den Lokus

29. Juli 2009

Die in meinem Leserkommentar zur Focus-Online Ausgabe enthaltene Aufforderung, in der Berichterstattung über das Artensterben,  die Erkenntnis, dass „der Mensch“ Schuld  sei, zu spezifizieren und in der Angelegenheit mehr (Öko-) Sozialismus zu wagen, deutete die Onlineredaktion als „Verstoß gegen die Netiquette“ und spülte den Kommentar lieber in den Lokus, als ihn zu veröffentlichen.

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